Google vs facebook – zwei Seiten einer Medaille

Seit einigen Tagen bin ich bei Google+ unterwegs und wie fast alle first mover, die sich dort dank Einladung durch ihresgleichen tummeln, schwer begeistert. Das Konzept der Freundes-, Bekannten-, Arbeits- oder Freizeitkreise finde ich genial einfach, genauso wie die Foto-upload-Möglichkeiten durch die Android-App, ich freue mich darüber, Einträge endlich bearbeiten zu können, anstatt sie wie bei facebook löschen und neu einstellen zu müssen, warte dringend auf das Hinzustoßen von Arbeitskollegen, um Gruppenchat und -video auszuprobieren.

Und beim Lesen der ganz überwiegend positiven Reaktionen in all den Fach– und Medienblogs (gibt natürlich auch Kritiker), die ich so beobachte, frage ich mich, wie ich Google+ eigentlich für Orte im Norden einsetzen kann, wenn aus der Anfangs-Euphorie der Techies wirklich eine Massenbewegung werden, wenn facebook hier in der Tat Konkurrenz entstehen sollte.

Wie ich lese, bereitet Google ja offensichtlich so etwas ähnliches wie die facebook-Seiten auch für Google+ vor. Das dürfte ein Problem werden, wenn es nicht bald Möglichkeiten gibt, einen Post, der bei Google+ eingestellt wird auch auf der facebook-Seite anzuzeigen und umgekehrt (gilt übrigens auch für twitter). In Zukunft zwei oder gar mehrere Netzwerke zu bedienen, wo facebook bisher Monopolist ist, dürfte den Arbeitsaufwand auf der Inhalte-Anbieterseite ansonsten enorm erhöhen (zum Verständnis: Ich rede hier von Seiten, die durch Dienstleister für Unternehmen, Personen oder Orte angelegt werden, die in den Netzwerken präsent sein wollen).

Und auch um die Aufmerksamkeit mache ich mir Sorgen: Während Seiten bei facebook so lange alles sichtbar auf die Pinnwand des Nutzers posten können, bis der aus seinem „gefällt mir“ ein „gefällt mir nicht mehr“ macht, könnten sie auf google+ schnell in einem eigenen Circle landen, der nur mal gelegentlich geöffnet wird – oder den der Nutzer schlicht vergißt (wobei die Mehrheit natürlich die Grundeinstellung Alle Streams anzeigen beibehalten dürfte).

Ich bin gespannt, ob der Kampf der beiden Internet-Giganten auch was positives für uns content-Anbieter mit sich bringt. Schließlich sind wir Nutzer es ja, die diese Netzwerke erst groß machen: Allein bei facebook wurden allein in 2010 unglaubliche 360 Milliarden Inhaltsteile hochgeladen (status-Meldungen, Fotos, links, Videos usw.)

Da könnten die uns das Leben ruhig etwas leichter machen …

P.S.: Lesenswert in diesem Zusammenhang: Google+, facebook und twitter: es kann nur einen geben bei avatter

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blog.orte-im-norden.de

Blogger seit 2005. Und immer wieder von Neuem überrascht