Schüler und Studenten in den englischsprachigen Ländern haben es morgen schwer. Sie sollten ihre Hausaufgaben früh erledigen, schreibt Wikipedia-Gründer Jimmy Wales auf twitter. Denn die internationale Seite wird morgen statt des gesammelten Wissens der Welt lediglich Hinweise darauf enthalten, wie US-Bürger ihre Kongress-Abgeordneten erreichen können, um Druck auf sie auszuüben. Ziel des Ganzen: Ein Protest gegen die umstrittene Gesetzesvorlage “Stop Online Privacy Act” kurz SOPA genannt.
Es wollen eine Menge großer Online Portale mitmachen, bei diesem öffentlichen Protest gegen den Versuch amerikanischer Politiker, den Mißbrauch urheberrechtlich geschützter Daten im Internet zu bekämpfen – was unter anderem dadurch gelingen soll, daß Provider und Suchmaschinen in Zukunft gezwungen werden können, den Zugriff auf bestimmte Webseiten zu unterbinden (siehe auch Spiegel-online). Das halten Kritiker für einen Angriff auf die allgemeine, freie Struktur des Internets, andere sprechen offen von legaler Zensur.
Es gibt aber auch Leute, die von der Idee mit öffentlichen Warnhinweisen, Vorschaltseiten oder gar dem Herunterfahren von Webseiten gegen ein Gesetzesvorhaben zu protestieren nicht viel halten: Twitter-Chef Dick Costolo findet es “albern” von Wikipedia, global gegen ein lokales Problem vorgehen zu wollen.
Noch alberner finde ich, jetzt hier in Deutschland mit lokalen Seiten gegen ein (aus Internet-Sicht) lokales Problem vorgehen zu wollen. Und deshalb bleibt die Baustellen-Seite von Orte im Norden auch am Netz
Für alle, die anderer Meinung sind: Hier steht, wie man seinen SOPA-Protest betreibt, ohne von den Google-Algorithmen dafür mit Abmahnung bestraft zu werden.
P.S.: Blogger Thomas Knuewer schreibt gerade auf twitter: “Morgen werden viele, viele deutsche Journalisten erstmals von #SOPA erfahren… #wikipediablackout” Dann hätte die Aktion ja doch was gebracht …